· 

Buffet, Menü oder Food Truck – Welche Catering-Form passt zu meiner Hochzeit?

Nicht selten äußern Brautpaare bei der Planung des kulinarischen Teils ihrer Hochzeit Unsicherheiten. Dazu zählt unter anderem die Unentschlossenheit, ob das Abendessen als Buffet angerichtet, als Menü serviert oder aus dem Food Truck ausgegeben werden soll.

 

Wie so oft im Leben, kann man auch diese Frage nicht pauschal beantworten. Sondern man erhält meist – auch von mir – eine auf den ersten Blick nicht zufriedenstellende Antwort: Es kommt drauf an … 

 

Machen wir uns nichts vor: Die Wahl des richtigen Caterings ist ein wichtiger Bestandteil jeder Hochzeit.

Doch das Wichtigste vorab: Beim „richtigen“ Catering geht es vordergründig um die richtige Auswahl der Speisen. Es soll den Gästen schmecken. Es soll ansprechend aussehen. Es soll nicht zu knapp bemessen und mit der Waage austariert sein. Gleichzeitig soll es aber keinen Gast ins Fresskoma führen. Ebenso soll es auf unterschiedliche Allergien Rücksicht nehmen, sodass niemand sein Not-Brot hervorkramen muss.

 

Klammern wir all das aus und besinnen uns auf der Kernpunkt der Hochzeit – euch, das Brautpaar – dann soll des Essen vor allem eins: Zu euch und euren Vorstellungen passen. An den restlichen 364 Tagen im Jahr haben eure Gäste immer noch die Möglichkeit, alles zu essen, was sie persönlich gerne möchten. An diesem Tag tanzt die Hochzeitsgesellschaft nach eurer Pfeife.

 

Macht es die Entscheidung leichter? Ich denke schon. Zumindest, was die Auswahl des passenden Catering-Services angeht.

Kommen wir nun aber zur eigentlichen Frage zurück: 

Welche Catering-Form ist die richtige für euch?

Um diese Frage beantworten zu können, ist es am hilfreichsten, wenn wir die drei vorgeschlagenen Formen Buffet, Menü oder Food Truck kurz durchleuchten und mit Pros und Cons versehen. 

Buffet – Vielfalt und Flexibilität

Mit einem Buffet habt ihr die Möglichkeit, alle Speisen „auf einmal“ zu präsentieren. Z.B. auf einer langen Tafel. Nach dem Motto „Das Auge isst“ mit hat jeder Gast die Gelegenheit, sich die Speisen zu picken, die ihn am meisten ansprechen.

 

Ein Buffet sorgt für eine lockerere Atmosphäre als stures auf dem zugewiesenen Platz Verharren und bedient zu werden. Jeder nimmt sich so viel, wie er möchte. Kein langes Warten, bis der gestresste Kellner das Essen bringt.

 

Ebenso erlaubt euch ein Buffet, die Tafel, auf der das Essen platziert wird im Sinne eurer Hochzeitsidee zu gestalten. Das heißt, dass eben nicht nur Schüssel und Platte neben Schüssel und Platte auf einem blanken Holztisch stehen. Wie im Schullandheim …

 

Sondern ihr gestaltet eure Tafel passend zu eurem Hochzeitsmotto. Mit Bildern, Blumen und sonstiger Deko, die dazu passt.

Vorteile

  • gleichzeitige Präsentation der Speisen

  • große Auswahl an Gerichten

  • Gäste können selbst entscheiden, was und wie viel sie essen

  • lockere Atmosphäre

Nachteile

  • eventuell längere Wartezeiten am Buffet

  • eventuell Wettkampfcharakter wie beim All-inclusive Urlaub

  • höherer Platzbedarf für das Buffet als beim Menüservice an den Tisch


Menü – Eleganz und Exklusivität

Ein serviertes Menü ist die klassische Wahl für eine elegante Hochzeit. Das ist die Auffassung in weiten Teilen der Gesellschaft.

 

Die Gäste werden am Tisch bedient und genießen üblicherweise eine festgelegte Abfolge von Speisen. Manchmal können sie pro Gang zwischen Gericht A und Gericht B wählen. Das war es dann aber schon bezüglich der Flexibilität.

 

Ein serviertes Menü sorgt für ein gehobenes Ambiente und macht den Ablauf der Hochzeit planbarer. Jedoch nicht immer im Sinne der Zufriedenheit (aber dazu gleich mehr).

Vorteile

  • elegantes und stilvolles Erlebnis

  • kein Anstehen nötig

Nachteile

  • weniger Flexibilität für Gäste mit speziellen Vorlieben

     

  • geringere Flexibilität bei Nachbestellungen

     

  • meist teurer als ein Buffet / Food Truck (deutlich mehr Personal nötig)


Food Truck – Modern und Ungezwungen

Food Trucks sind eine trendige und außergewöhnliche Alternative zur klassischen Hochzeitsgastronomie. Sie verleihen der Feier eine entspannte, ungezwungene Atmosphäre und sorgen gleichzeitig für ein kulinarisches Highlight, das Gästen lange in Erinnerung bleibt.

 

Besonders für lockere, individuelle Hochzeiten sind Food Trucks ideal, da sie eine große Vielfalt an Speisen bieten – von Streetfood-Klassikern über raffinierte Spezialitäten bis hin zu kreativen Gourmet-Kreationen.

 

Je nach Größe der Hochzeit wird in der Regel ein Food Truck gebucht, für größere Gesellschaften mit mehr als 150 Gästen empfiehlt sich der Einsatz von zwei Trucks.

 

 

Vorteile

  • kreativ und modern
  • meist individuell anpassbare Speisekarte
  • perfekt für Outdoor-Hochzeiten
  • Maximum an Frische

 

Nachteile

  • wetterabhängig, wenn die Hochzeit draußen stattfindet


Fazit

Die Wahl des passenden Caterings hängt stark von eurem Hochzeitsstil, dem Budget und den Vorlieben eurer Gäste ab. Ein Buffet bietet Vielfalt und Flexibilität, während ein Menü Eleganz und Struktur mit sich bringt. Wer es ungezwungen und modern mag, liegt mit einem Food Truck genau richtig.

 

Überlegt euch, welches Konzept am besten zu euch passt, und plant frühzeitig – so wird eure Hochzeit kulinarisch ein voller Erfolg!

Mein persönlicher Senf

Ich war auf unzähligen Hochzeiten. Auf einigen als Gast und auf sehr vielen als Caterer.

 

Als Gast waren es ausschließlich Hochzeiten, bei denen das Essen an den Tisch serviert wurde. Im kleineren Rahmen, passte dies im Großen und Ganzen. Handelte es sich jedoch um größere Hochzeitsgesellschaften, dann hoppelte der Hase schon nicht mehr ganz so rund. Bis alle Gäste ihre Speisen vor sich stehen hatten, dauerte es zwischen 20 Minuten und einer halben Stunde. Nun wäre der erste bediente Gast gar ein Flegel, wenn er schon in sich reinschlingt und nicht wartet, bis alle etwas haben. So wie es eben als „Tischmanieren“ getarnte Doktrin, die man bereits als Kind eingeimpft bekommen hat, eine vorschreiben. Das Ergebnis: Die warmen Gerichte waren teilweise kalt. Ebenso war es meist ein Problem, dass die Portionsgrößen sehr … nennen wir es mal „überschaubar“ waren. Nicht selten kam es vor, dass nach dem kompletten Abspulen des Menüs nachgeordert werden musste, weil zu viele Gäste nicht satt wurden. Mal war der Caterer dafür gewappnet, mal nicht. Der Höhepunkt war eine Hochzeit, bei der aus Mangel an Möglichkeiten nach dem Menü kurzerhand nochmal 30 Pizzen bei einem Lieferservice bestellt werden mussten.

 

Als Caterer hatte ich natürlich alles selbst in der Hand. Die Präsentation der Speisen, die Kalkulation der Portionsmengen, die vorherige, aber auch die spontane Abstimmung mit dem Brautpaar bzw. den Trauzeugen, falls sie meine Ansprechpartner sein sollten. Ich erinnere mich nicht an eine einzige Hochzeit, bei der es nach dem Essen hungrige Gäste gab. Genausowenig nörgelte jemand nach dem Essen, dass es kein Fleisch gab, obwohl er davor nicht damit geizte, genau das zu äußern.

 

Natürlich gibt es ab und an Herausforderungen, die unvorhersehbar auftreten. Aber die Brautpaare und ich haben es immer geschafft, eine pragmatische, gute Lösung zu finden.

Wenn ich mich für meine eigene Hochzeit entscheiden müsste, dann würde ich …

… Catering-Formen kombinieren. Und das ist letztendlich auch der Ratschlag, den ich so gut wie jedem Brautpaar, das ein Hochzeitscatering bei mir buchen möchte, mit auf den Weg gebe. Wieso sich für eins entscheiden, wenn man die Vorteile aller nutzen kann?

 

In der Regel schlage ich vor, alles so gut wie möglich zu entzerren und aufzulockern. Das heißt, die Gäste sollen nicht drei Stunden am Stück auf ihrem Poppes verweilen und von Gang zu Gang darben. Einen Tischservice empfehle ich daher maximal nur im Rahmen von Getränken und zum Geschirr abräumen.

 

Grundsätzlich buchen mich ja eigentlich nur Brautpaare, die ihrer Hochzeit einen geselligen Charakter verleihen wollen. Das heißt, sie möchten für eine gute Stimmung sorgen. Für eine gute Stimmung sorgen sie, wenn die sie mit den Gästen, aber auch die Gäste untereinander interagieren. Wenn sie sich rege unterhalten können, miteinander lachen und Spaß haben. Und damit das nicht nur bei den eingeschoben Redeeinlagen und Hochzeitsspielchen der Fall ist, entscheiden sie sich für eine Mischung aus Buffet und Food Truck.

Meist läuft das so ab:

  • Zum Empfang gibt es Fingerfood
  • Am Nachmittag gibt es Kaffeegetränke aus dem Food Truck, das Kuchenbuffet organisiert das Brautpaar selbst.
  • Für das Abendessen werden die Vorspeisen, wie Salate und Suppen, als Buffet zur Selbstbedienung angerichtet. Die Hauptgerichte gibt es frisch aus dem Food Truck.
  • Sobald der Hauptteil des Abendessens vorüber ist, wird meist eine Rede gehalten, in der ich dann das Buffet abräume und mit Desserts neu bestücke.

Dieses Modell hat sich seit Jahren bewährt. Es entzerrt alles. Die Gäste können sich selbst so viel nehmen, wie sie möchten und mir bei der Speisenausgabe für die Hauptgerichte direkt mitteilen, wie groß ihre Portion ausfallen soll (falls sie diesbezüglich einen Wunsch haben).

 

Ach ja … was das Wetter anbelangt. Ja, es ist vielleicht nicht so cool, im Regen an einem Food Truck anzustehen. Aber ich bin da relativ flexibel. Ein paar Tage vorher kann man ungefähr absehen, wie das Wetter am Tag der Hochzeitsfeier werden soll. Sollte es arg düster aussehen und das Brautpaar es wünschen, kann sich auch am Tag vorher noch umentschieden werden und das Essen komplett als Buffet angerichtet werden.